Mehr als nur nackte Zahlen

Wiener Zeitung / 18. November 2010

„Geschäftsberichte gelten als trocken – es geht aber auch anders: Vom gesungenen Bericht bis zum Märchen. 

‚Der Einfluss des Geschäftsberichts auf die Marke wird noch unterschätzt‘, sagt Markenberater Oliver Heiss von der Agentur Brainds. Unternehmen, die ihre Geschäftsberichte mit sperrigen Texten, Tabellen und langen Zahlenkolonnen voll stopfen, haben offenbar noch nicht erkannt, dass über die oft mehrere hundert Seiten lange Publikation mehr als nur Information transportiert wird.

‚Die meisten Geschäftsberichte sind immer noch stinklangweilig‘, kritisiert Andreas Miedaner, Geschäftsführer der Wiener Agentur Büro X. Nach Ansicht von Heiss sind die meisten Berichte eine Verschwendung von Unternehmensressourcen und Leserzeit. Ein Großteil der Berichte werde wie Pflichtpublikationen behandelt, dabei werden Investitionsentscheidungen aber emotional getroffen. ‚Berührt man in dem Bericht nicht emotional, ist das eine vertane Chance‘, sagt Heiss. [...]

Besonders originelle Ideen sind aber meist teuer. Heiss beobachte, dass das ‚Verspielte‘ zurückgehe. Derzeit geht es darum, das meiste aus dem vorhandenen Budget herauszuholen – etwa mit hochwertigen Materialien, guten Fotos und mit der Typografie. ‚Man muss nicht jedes Jahr das Rad neu erfinden‘, so Heiss. Ideal ist ein Konzept, das als Serie für mehrere Jahre funktioniert."

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